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GxP-konforme Überwachung

GxP-konforme Überwachung

In ihrer einfachsten Form sind GxPs so etwas wie Ihre eigenen SOPs (Standardvorgehensweisen, Englisch: Standard Operating Procedure), nur dass GxPs Leitlinien für eine "gute Arbeitspraxis" sind, die von der Industrie vorgegeben werden. Eine stark regulierte pharmazeutische Industrie muss sich an die spezifischen Herstellungs-, Lagerungs- und Distributionsprozesse halten. Mit den Richtlinien soll sichergestellt werden, dass die biologischen/pharmazeutischen Produkte sicher sind und den vorgesehenen Verwendungszweck erfüllen. Die wichtigsten bewährten Verfahren in der pharmazeutischen Industrie sind nach Herstellung, Vertrieb, Klinik, Labor und Dokumentation gegliedert.

01 The 5 "X" in der Pharmazie

"GxP" ist eine Abkürzung für die "gute Arbeitspraxis". Aber was bedeutet das "x" in der Mitte? Einfach ausgedrückt ist es Platzhalter für die jeweilige Disziplin oder das Fachgebiet (d. h. die gute x-Praxis). Und in der Welt der Pharmazie kann sich das auf beides beziehen:

1. Herstellung (GMP)

2. Vertrieb (GDP)

3. Labor (GLP)

4. Klinische Einrichtungen (GCP)

5. Dokumentation (GDP)

Wie in jeder stark regulierten Branche, insbesondere in der Pharmaindustrie, sind GxPs für das Funktionieren der Unternehmen unerlässlich. Sie sorgen dafür, dass die Arzneimittel, die zu den Kunden gelangen, für den menschlichen Verzehr garantiert sicher sind. Diese strengen Qualitätsstandards, Systeme und Systemmanagement werden durch Nachweise, Validierung und Audits kontrolliert. Die Folgen einer Nichteinhaltung reichen von einer Schädigung des Rufs und des Vertrauens der Verbraucher bis hin zu schwerwiegenderen Problemen wie Produktrückrufe und strafrechtliche Verfolgung. Die Botschaft für GxP-Anfänger lautet: Befolgen Sie die Richtlinien, und zwar genau.

GxP für Einsteiger

Der informative Artikel über alle Grundlagen von GxP ist nur einen Klick entfernt.

02 GxP-Dokumentation und Anforderungen an computergestützte Systeme

In unserer Branche gibt es ein bekanntes und oft verwendetes Sprichwort: "Wenn es nicht dokumentiert ist, dann ist es nicht passiert." Kluge Worte, und was die GxP-Grundlagen betrifft, so sind sie von grösster Bedeutung. Die Anzahl der Felder, die Sie ankreuzen müssen, um Ihr Produkt herzustellen, zu verpacken, zu versenden und auszuliefern, ist enorm. Eines der grössten Probleme für Pharmaunternehmen ist die Aufzeichnung und Aufbewahrung der Dokumentation. Denn es muss alles den Richtlinien entsprechen; welche Informationen gesammelt und wie diese aufbewahrt und gespeichert werden.

Letzten Endes kommt es auf die Zugänglichkeit und Flexibilität Ihrer digitalen Werkzeuge an. Sie müssen in der Lage sein, auf die Daten Ihrer Produkte bis hin zur Charge zuzugreifen. Auf diese Weise können Sie die Umsetzung und Einhaltung der GxP-Richtlinien während des gesamten Prozesses nachweisen und der U.S. Food & Drug Administration (FDA) und/oder der European Medicines Agency (EMA) versichern, dass die Qualität Ihrer Produkte den GxP-Anforderungen entspricht und absolut sicher und vor Manipulationen geschützt ist.

Welche Dokumente sind im Rahmen der GxP erforderlich?

Die spezifischen "x"-Dokumente sind je nach Branche unterschiedlich. Sie müssen jedoch die Integrität, Sicherheit und Qualität Ihrer Produkte und Dienstleistungen bestätigen. Diese Dokumente werden in Form von Richtlinien erstellt. Diese Richtlinien werden dann in Form von Prozessen oder Verfahren berücksichtigt und umgesetzt. Beispiele hierfür sind unter anderem:

  • Validierungsprotokolle und -berichte

  • Risikobewertungen

  • Technische Berichte

  • Nachforschungen

  • Änderungsanträge

Grundsätzlich benötigt jede GxP-Anforderung eine dokumentierte Genehmigung oder Validierung, bevor der folgende Prozess in Gang gesetzt werden kann.

Rechtskonforme Dokumentation

Es ist nicht so sehr das Sammeln und Speichern von Daten, das konform sein muss. Es geht vielmehr um die Integrität Ihrer Dokumentenverwaltung. Diese Bereiche werden bei behördlichen Inspektionen genau unter die Lupe genommen und sind ein entscheidender Aspekt der Dokumentenverwaltung. Heutezutage erwarten die Aufsichtsbehörden, dass Mitarbeitende mit GxP-Funktionen, über eine ausreichende Schulung zur Datenintegrität verfügen. Für Einsteiger können alleine die GxPs schon schwierig zu verstehen und überwältigend sein. Doch die Einhaltung der Richtlinien für die Dokumentation in computergestützten Systemen ist nochmals ein ganz anderes Thema.

Datenintegrität umfasst die Aufrechterhaltung und Gewährleistung der Genauigkeit und Konsistenz Ihrer Daten. Gemäss den GxPs werden die Anforderungen als kritische Komponente für den Nachweis der Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität Ihres Produkts angesehen. Verstösse im Zusammenhang mit der Dokumentenverwaltung und der Datenintegrität sind schwerwiegend und können kostspielige Folgen haben.

GxP-Anforderungen für computergestützte Systeme - eine Checkliste

Die Auflistung aller Dokumente, die für GxP erforderlich sind, würde den Rahmen sprengen. Jede Branche hat ihre eigenen Kriterien; aber es gibt einige grundlegende Standards der GxP-Anforderungen, von denen alle Branchen profitieren können. Wenn Sie alle der nachfolgenden Punkte mit "Ja" beantworten können, wissen Sie, dass Ihr Fundament ziemlich solide ist und Sie die branchenspezifischen Anforderungen mit Leichtigkeit erfüllen können.

1. Gibt es einen dokumentierten Prozess mit Verfahren für:

  • 1(a) Die Speicherung, Überprüfung, Pflege, Aufbewahrung und Archivierung von Daten und Dokumentation

  • 1(b) Die Gewährleistung der Sicherheit und des kontrollierten Zugriffs auf alle Geschäftsdaten und -unterlagen

  • 1(c) Abweichungen von Standardverfahren

  • 1(d) Korrektur- und Vorbeugungsmassnahmenplan (CAPA)?

2. Gibt es ein Back-up-System für Dokumente?

3. Werden Änderungen an Dokumenten revisionssicher durch überholte Versionen ersetzt und aufbewahrt?

4. Gibt es einen Prozess mit Verfahren für:

  • 4(a) Kontinuierliche Validierung und Qualifizierung der Ausrüstung unter Angabe von Zeit, Datum und zuständigem Personal

  • 4(b) Festlegung vereinbarter und standardisierter Toleranzgrenzen für den Zustand der Geräte und Anlagen

  • 4(c) Ersetzen von Geräten oder Anlagen, deren Zustand ausserhalb der vereinbarten Toleranzgrenzen liegt

  • 4(d) Die Umsetzung eines Kontinuitätsplans für den Fall einer IT-Störung

  • 4(e) Die Dokumentation von Änderungen, Wartungsmassnahmen, Fehlern und Reparature

5. Gibt es ein zentrales Geräte- und Anlageninventar, einschliesslich Anleitungen und Betriebshandbüchern?

Richtlinien für Dokumentation und computergestützte Systeme

Lesen Sie alles Wissenswerte über die Richtlinien für Dokumentation und computergestützte Systeme, wenn Sie GxP-konform sein wollen

03 Implementierung: GxP-konforme Überwachung der Umgebungsbedingungen

Die Stärke einer guten GxP liegt nicht in den Richtlinien - sie liegt in der Implementierung des Prozesses in Ihre Geschäftsabläufe. Wenn Sie sich genauer mit den GxP-Grundlagen für die Überwachung von Umgebungsbedingungen befassen, ergeben sich die zwei folgenden wichtigen Elemente des Prozesses:

  • Qualifizierung

  • Validierung

Qualifizierung nach GxP

Ohne entsprechende Qualität wird Ihr Produkt nicht in die Regale gelangen. Die Qualität muss in jedem Schritt des Prozesses bewertet werden, um eine genaue Bestimmung der Sicherheit und Wirksamkeit eines Produkts zu erhalten. Die Qualifizierung ist der Beweis dafür, dass alle Geräte, Systeme und Zusatzeinrichtungen ordnungsgemäss installiert sind und für den vorgesehenen Zweck funktionieren.

Wenn es also um kontrollierte Umgebungen geht, ist es ganz einfach. Ihre Einrichtungen, Ihre Bereiche, Ihre Container müssen den Anforderungen entsprechen. Sie müssen ausdrücklich so konzipiert sein, dass die Produktqualität erhalten bleibt. Das ist der Grund, warum Luftfeuchtigkeit und Temperatur so genau gemappt werden. Aber was ist ein Mapping? Mithilfe eines Mappings wird die Temperatur- und/oder Luftfeuchtigkeitsverteilung in einem bestimmten Bereich analysiert.

Validierung nach GxP

Die Validierung legt fest, welche Leistungen erforderlich sind. Das bedeutet, was getestet werden soll, wieviele Tests durchzuführen sind, wie diese Tests ablaufen und wie sie dokumentiert werden sollen. Dies ist der eindeutige Beweis dafür, dass Ihre Produkte den höchsten Produktions-, Lagerungs- und Lieferstandards entsprechen.

Das Temperatur-Mapping ist ein Teil der Qualifizierung

Mit Hilfe eines Mappings können Sie nachweisen und dokumentieren, dass der von Ihnen gewählte Bereich für die Lagerung temperaturempfindlicher Produkte wie Medikamente und Arzneimittel geeignet ist. Durch das Mapping werden die wärmsten und kältesten Bereiche ermittelt, die vor der Inbetriebnahme berücksichtigt werden müssen. Und es wird nachgewiesen, dass die Temperaturen in der gesamten Anlage oder dem Behälter den für die Qualifizierung erforderlichen Spezifikationen entsprechen. Das Mapping ist ein Test, der als Teil des Qualifizierungsprozesses erforderlich ist.

Validierung, Qualifizierung und Mapping

Sie stehen am Anfang Ihres GxP-Prozesses und sind auf der Suche nach Informationen zu Validierung, Qualifizierung und Mapping? Wir haben die nötigen Details!

04 Die Bedeutung der Kalibrierung im Rahmen der GxP-Richtlinien

GxP-Einsteiger sollten wissen, dass jedes Unternehmen, das pharmazeutische Produkte erforscht, produziert, lagert, transportiert oder verkauft, für die Einhaltung der GxP-Richtlinien verantwortlich ist.

Nebst dem Mapping sind eine Reihe von Stabilitätsprüfungen und Temperaturüberwachungen während der gesamten Produktion, Lagerung und des Vertriebs erforderlich, um sicherzustellen, dass das Medikament den Standardwerten für Identität, Stärke, Qualität und Reinheit entspricht. Um die Inspektionen zu bestehen, müssen die Geräte und Instrumente durch ein GxP-konformes Überwachungssystem kontrolliert werden. Ein GxP-konformes Überwachungssystem umfasst Sensoren, die korrekt kalibriert sind und regelmässig auf ihre Genauigkeit überprüft werden. Die Kalibrierung ist Teil des Validierungsprozesses und erbringt den Nachweis, dass die Geräte (Sensoren) wie vorgesehen funktionieren. Die Kalibrierung ist nach den von der GMP festgelegten genehmigten Verfahren durchzuführen. Zu Prüfzwecken müssen sämtliche Aufzeichnungen über diese Kalibrierungen aufbewahrt werden.

Was genau ist eine Kalibrierung?

Unter Kalibrierung versteht man den Vergleich von Sensoren mit einem rückführbaren Referenzstandard. Mit einer Kalibrierung kann jedoch auch nachgewiesen werden, dass Geräte und die zugehörige Überwachungssoftware aufeinander abgestimmt sind. Zum Beispiel stimmt die Seriennummer auf dem kalibrierten Sensor mit der Seriennummer in der Software überein.

Wo sind die GxP-Richtlinien für die Kalibrierung definiert?

FDA 21 CFR Part 11 und/oder EU-Leitfaden zur guten Herstellungspraxis (GMP), Volume 4 behandelt die Herstellung. FDA 21 CFR Part 11 und Anhang 11 beziehen sich auf computergestützte Systeme und Dokumentationen. Eine technische Referenz ist ein computergestütztes Kalibrierungssystem speziell für Arzneimittel. Sein Ziel ist es, eine automatisierte Dokumentation zu erstellen, die weniger Raum für menschliche Fehler lässt, die Gesamtqualität der Arbeit verbessert und die Effizienz steigert, was sich auf den Gewinn auswirken kann.

Kalibrierung von Temperatursensoren

Erfahren Sie mehr über die GxP-Richtlinien für die Kalibrierung von Temperatursensoren.

05 Erste Schritte

Bei ELPRO verwenden wir den Validierungsansatz gemäss GAMP5, das sogenannte V-Modell, um computergestützte Systeme zu validieren. Dieses besteht aus einem sechsstufigen Prozess. Die linke Seite umfasst die Planung der Anforderungen und die Beschaffung der Geräte und/oder Systeme. Die rechte Seite umfasst die Qualifizierung der Geräte/Systeme.

1. Benutzeranforderungsspezifikation (URS)

Der Bereich, der Zweck und die Verwendung der Ausrüstung/System(e)

2. Risikoanalyse

Eine Zusammenfassung der Faktoren, die bei der Nutzung schief gehen könnten

3. Design-Qualifizierung

Die Art des Produkts, wer es herstellt und wie es die URS erfüllt

4. Qualifizierung der Installation

Überprüfung, ob das Gerät/System korrekt installiert wurde

5. Betriebsqualifizierung

Überprüfung, ob jede Funktion wie vorgesehen funktioniert

6. Leistungsqualifizierung

Die Tests werden auf Systemfunktionen und URS zurückgeführt, um die Ausrüstung/das System unter normalen Betriebsbedingungen zu überprüfen.

Als GxP-Einsteiger können all die Richtlinien und Modelle erschalgend auf einen wirken und entmutigend sein. Es gibt viele technische Informationen zu verstehen, und auch die Terminologie wiederholt sich. Der schwierigste Teil ist oft der Anfang. Unser Leitfaden soll Sie dabei unterstützen, die Planung und Durchsetzung der GxP voranzutreiben und zu einer Standardauftragspraxis zu machen.

Fazit

An den GxPs kommt keiner vorbei - wenn Sie pharmazeutische Produkte herstellen, lagern oder transportieren, müssen Sie die GxP-Richtlinien von Anfang bis Ende einhalten.

Zu Ihrem System gehört die Temperaturüberwachung, für die alle Geräte und zugehörigen Systeme qualifiziert und validiert werden müssen. Und für die Qualifizierung und Validierung sind Kalibrierung und Mapping erforderlich.

In diesem Sinne - Happy GxP'ing!

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